Schwangerschaftsdiabetes

Schwangerschafts- oder Gestationsdiabetes ist erkennbar an erhöhten Blutzuckerwerten, welche erstmals während der Schwangerschaft festgestellt werden. Dieser Schwangerschaftsdiabetes tritt wahrscheinlich bei 10 - 15 % aller Schwangerschaften auf und gehört damit zu den häufigsten Komplikationen.

Daher ist im Mutter-Kind-Pass festgelegt, dass zwischen der 25. und der 28. Schwangerschaftswoche ein Zuckerbelastungstest (oraler Glukosetoleranztest oGTT) durchgeführt wird.

Diabetes entsteht, wenn der Körper nicht in der Lage ist, ausreichend Insulin zu produzieren. Insulin ist ein Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird, und reguliert den Zuckerhaushalt im Körper. Der Blutzucker dient dem Körper als Energie.

Die mit einer Schwangerschaft verbundenen Hormonveränderungen führen zu einem erhöhten Insulinbedarf bei der werdenden Mutter. Wenn die mütterliche Bauchspeicheldrüse hierfür nicht ausreichend Insulin produziert kommt es zum Anstieg des Blutzuckers und somit zum Schwangerschaftsdiabetes.

Bei einem erhöhten Blutzuckerspiegel der Mutter gelangt der Zucker durch die Plazenta (Mutterkuchen) zum Fötus. Dieser reagiert darauf mit einer gesteigerten eigenen Insulinproduktion. Dieses Insulin kann jedoch, im Gegensatz zum Zucker, die „Plazentaschranke“ nicht passieren. Daher werden im Fötus durch den erhöhten Insulinspiegel das Wachstum und ein vermehrter Fettaufbau angeregt. Dies führt zu übergroßen und schweren Babys.

Die meisten Babys von Frauen, die Schwangerschaftsdiabetes haben, kommen gesund auf die Welt. Das hängt allerdings davon ab, wie gut die Frauen die Therapie (Ernährung, Insulinsubstitution) umsetzen und einhalten.

Unmittelbar nach der Geburt verschwindet der Schwangerschaftsdiabetes bei fast allen Frauen wieder, doch später entwickelt sich bei 30 - 50 % der Frauen ein Typ-2-Diabetes.

 

Wer gehört zur Risikogruppe?

  • Es besteht ein erhöhtes Risiko für Schwangerschaftsdiabetes bei:
  • Übergewicht (Bodymass-Index über 25)
  • Diabetes in der Familie (Eltern oder Geschwister)
  • Schwangerschaftsdiabetes in einer früheren Schwangerschaft
  • Frauen afrikanischer, asiatischer oder lateinamerikanischer Herkunft
  • Alter über 30
  • Wiederholten Fehlgeburten
  • Früherer Geburt mit Geburtsgewicht über 4000 Gramm

 

Die wichtigsten Ernährungstipps für Frauen mit Gestationsdiabetes sind:

  • Meiden Sie zuckerhaltige Getränke (Fruchtsaft, Limonade, Verdünnungssirup) oder Zuckerzusatz in Flüssigkeiten (Tee, Kaffee,)
  • Konsumieren Sie über den Tag verteilt 3 bis 4 regelmäßige, gesunde und ausgewogene Mahlzeiten
  • Bevorzugen Sie Brot und Beilagen aus Vollkorn und achten Sie dabei auf die Bezeichnung „Vollkorn“ in der Betitelung des Lebensmittels
  • Meiden Sie große Mengen an fettreichen Fleisch- und Wurstwaren, sowie Milchprodukten und Käse (>30% F.i.T.)
  • Integrieren Sie mehrmals täglich Gemüse und Salat und zweimal täglich Obst in Ihre Ernährung
  • Schokolade, Kuchen, Mehlspeisen und Süßigkeiten sind nicht verboten – Genießen sie diese nicht täglich und wenn dann als Dessert nach einer Hauptmahlzeit

 

Ernährungsberatung für Schwangere mit Risiko zu Schwangerschaftsdiabetes:

Ernährungsberatung der Salzburger Gebietskrankenkasse – einfach anrufen oder mailen und einen persönlichen Termin vereinbaren:

Telefon: 0662 8889 8126
E-Mail: ernaehrung@sgkk.at
Internet: www.sgkk.at/Ernaehrungsberatung

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